Das Mikrobiom des Hundes, insbesondere jenes im Darm, spielt eine zentrale Rolle für seine Gesundheit. Es beeinflusst nicht nur die Verdauung, sondern ist auch wichtig für die Entwicklung des Immunsystems. Über die Darm-Hirn-Achse kann das Mikrobiom auch das hündische Verhalten mit beeinflussen. Die erste Besiedelung mit Mikroorganismen beginnt unmittelbar bei der Geburt. Kommt der Welpe vaginal zur Welt, hat er Kontakt mit der natürlichen Mikroflora der Mutterhündin, insbesondere aus dem Vaginal- und Darmbereich. Diese enthält wichtige Bakterienarten (welche Arten ist noch nicht ganz klar), die eine gesunde mikrobielle Grundlage im kindlichen Darm schaffen. Wird der Welpe hingegen per Kaiserschnitt geboren, fehlt dieser unmittelbare Kontakt zur mütterlichen Vaginal- und Darmflora. Stattdessen erfolgt die mikrobielle Erstbesiedlung überwiegend durch Keime der Haut sowie durch Mikroorganismen aus der Umgebung – also der Tierarztpraxis und der des medizinischen Personals. Diese veränderte mikrobielle Prägung führt häufig zu einem weniger vielfältigen Mikrobiom und einer geringeren Besiedlung des Darms mit „guten“ Bakterien. Während im Humanbereich der Zusammenhang von Kaiserschnitt und einem erhöhten Risiko für das Auftreten von bestimmten Erkrankungen schon gut belegt ist, fehlen solche Untersuchungen für Hunde noch und natürlich spielen auch viele weitere Faktoren in die Entwicklung des Mikrobioms hinein: Fütterung, Genetik, Aufzucht, Stress usw.
Mikrobielle Entwicklung von Kaiserschnitt-Welpen positiv beeinflussen
Allen voran ist das Säugen zu nennen, da Muttermilch prä- wie auch probiotische Stoffe enthält. Eine weitere Methode ist das sogenannte „Vaginal Seeding“, bei dem der Welpe mit vaginalem Sekret der Mutterhündin bestrichen wird. Der Einsatz von Probiotika wird ebenfalls erforscht, wobei noch unklar ist, welche Bakterienstämme hier besonders wichtig sind. Was auf jeden Fall grundlegend ist: Dass die Welpen, wenn sie feste Nahrung zu sich nehmen, eine Fütterung erhalten, die möglichst darmfreundlich ist, also nicht hoch erhitzt und voll mit Zusatzstoffen, sondern idealerweise eine selbstgemachte Fütterung. Zudem würden wir bei Kaiserschnitt-Welpen im besonderen Maße darauf achten, dass in den ersten Lebensmonaten auf größere Beeinflussungen des Mikrobioms durch Antibiotika, wenn möglich, verzichtet wird.