Ursprünglich dachte man, dass es nur ein einziges B-Vitamin gibt. Nach und nach stellte sich dann heraus, dass es sich um unterschiedliche Substanzen handelt nämlich: B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B5 (Pantothensäure), B6 (Pyridoxin), B7 (Biotin), B9 (Folsäure) und B12 (Cobalamin). Diese B-Vitamine werden als Vitamin-B-Komplex bezeichnet, da sie zum Teil ähnliche Aufgaben im Hundekörper übernehmen. B-Vitamine sind wasserlöslich und essenziell, d.h. sie müssen mit der Fütterung zugeführt werden.
Die B-Vitamine sind grundlegend für die Energiegewinnung, da sie beim Abbau von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen helfen. Zudem haben die einzelnen B-Vitamine noch “Spezialfunktionen”. Vitamin B1 ist z.B. wichtig für das Nervensystem und den Energiestoffwechsel, während B2 eine Schlüsselrolle bei der Zellatmung spielt. Vitamin B6 trägt zur Bildung von Neurotransmittern bei und Vitamin B12 ist wichtig für sich schnell teilende Zellen, wie sie im Knochenmark, in der Darmschleimhaut und bei der Bildung roter Blutkörperchen vorkommen.
Zu viel? Raus damit!
Da B-Vitamine wasserlöslich sind, kann der Hundekörper überschüssige Mengen in der Regel gut ausscheiden. Daher kommt es bei den meisten B-Vitaminen nur selten zu einer Überdosierung, wenn enorme Mengen gefüttert werden. Teilweise wird eine höhere Menge an B-Vitaminen auch gezielt eingesetzt, wenn der Hund spezifische Erkrankungen hat, z.B. Erkrankungen, die mit Veränderungen in der Übertragung von Nervenimpulsen in Verbindung stehen wie z.B. eine Spondylose.
Die Sonderstellung von B12
Und obwohl eine zu hohe Zufuhr von B-Vitaminen eigentlich gar kein Problem ist, werden in der letzten Zeit Stimmen laut, dass es hier doch ein Problem geben kann - und zwar betrifft das Vitamin B12. Da dieses eine wichtige Rolle bei der Zellteilung und der DNA-Synthese spielt, könnte ein Überangebot möglicherweise auch das Wachstum von sich schnell teilenden Krebszellen fördern. D.h. B12 löst keinen Krebs aus, kann aber im ungünstigsten Fall dazu führen, dass sich die Krebszellen schneller vermehren. Für diese Vermutung fehlen aktuell noch mehr Forschungsergebnisse. Nichtsdestotrotz deuten die bisherigen Ergebnisse einen Zusammenhang an und für uns bedeutet dies, bei Hunden mit Tumoren darauf zu achten, dass sie keine übermäßig hohen B12-Mengen erhalten.