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10 Fehler einer Ausschlussdiät

Eine Ausschlussdiät hat das Ziel, herauszufinden, ob die Probleme deines Hundes ihre Ursprünge in der Fütterung haben. 

Welche Probleme könnten das sein?

  • Juckreiz

  • Hautthemen (bspw. Pusteln, Rötungen, Zwischenzehenekzeme)

  • Ohrenentzündungen

  • Alles, was den Verdauungsapparat betrifft (Magen, Darm usw.)

Bevor teure und oft nicht zielführende Diagnostik gemacht wird, empfehlen wir zunächst eine Ausschlussdiät, denn „ernährt werden muss dein Hund sowieso“. Hierzu wird über 6 bis 10 Wochen (die Angaben in der Fachliteratur variieren) eine dem Hund unbekannte Proteinquelle in Kombination mit einem unbekannten Veggie-Anteil gefüttert. Verbessern sich die Symptome unter dieser Fütterung, ist dies die Bestätigung, dass dein Hund auf Bestandteile des bisherigen Futters unverträglich bzw. allergisch ist. 

Fallstricke einer Ausschlussdiät

Der Prozess der Ausschlussdiät ist aber mit vielen Fallstricken verbunden und nicht selten hören wir in der Beratung „Ja, eine Ausschlussdiät haben wir schon gemacht, sie hat aber nicht geholfen“. Und wenn wir nachfragen, decken wir kleine und große Fehler in der Durchführung auf, die das Ergebnis der Ausschlussdiät verfälschen können. Damit dir das nicht passiert, nennen wir die 10 häufigsten Fehler: 

1. Wurde wirklich eine unbekannte Proteinquelle gefüttert? 

Diese Proteinquelle wie z.B. Ziege, Pferd oder Känguru sollte der Hund noch nie – wirklich nie! – gefressen haben. Denke hierbei auch an die folgenden Stolperfallen: 

  • Kaninchen – viele Hunde haben in der Vergangenheit schon einmal an Kaninchenohren knabbern dürfen

  • Schwein – viele Hunde bekommen Leberwurst und diese basiert oft auf Schwein; auch ist Schwein Bestandteil vieler Medikamente 

  • Ziege – vielleicht ist schon einmal ein bisschen Ziegenkäse vom Tisch und direkt ins Hundemaul gefallen oder er hat als Welpen Ziegenmilch bekommen

Uns ist bewusst, dass man manchmal gar keine Proteinquelle mehr findet, die ein Hund noch nie gefressen hat, oder dass bei einer unbekannten Vorgeschichte (bspw. Tierheim- & Tierschutzhunde) niemand die Fütterungshistorie kennt. In solchen Fällen kann dem Ergebnis der Ausschlussdiät nicht zu 100 Prozent vertraut werden. 

2. War die Fütterung „pur“? 

Eine Ausschlussdiät wird in der Regel mit rohem oder gekochtem Futter umgesetzt. Wenn eine Reinfleischdose verwendet wird, dann sollte hier sichergestellt werden, dass nur die gewählte Proteinquelle in der Dose zu finden ist. Es reicht nicht, dass es eine „Monoprotein-Dose“ ist, sondern es dürfen keine Mineralstoffe, Öle oder Füllstoffe usw. enthalten sein. Hierzu ist es nötig, dass die Dose eine offene Deklaration aufweist. D.h. alle Bestandteile mit ihren Mengen angegeben sind. Dies gilt ebenso, wenn ein BARF-Mix als Ausschlussfütterung im Napf landen soll: Achte darauf, dass dem Mix keine Öle wie Leinöl oder Mineralstoffe wie Eierschalenmehl zugesetzt sind. 

3. Sonderfall hydrolysiertes Futter 

Bei einem hydrolysierten Futter werden die Proteinstrukturen so stark zerkleinert, dass der Hundekörper sie nicht mehr als problematische Proteinstruktur erkennt. Somit kann es nicht zu allergischen Reaktionen kommen, denn diese beziehen sich immer auf bestimmte Proteine. Eine solche Ausschlussdiät ist daher z.B. für Hunde passend, bei denen gar keine unbekannte Proteinquelle gefunden wird. Dennoch ist eine Ausschlussdiät mit hydrolysiertem Futter problematisch, denn zwei Aspekte bleiben hierbei unbedacht: Zum einen kann ein Hund im Rahmen seiner Reaktionen auf Futtermittel nicht nur auf Proteine reagieren, sondern in Form von Unverträglichkeiten auch auf andere Bestandteile des Futters, die nicht hydrolysiert sind. Mit einem hydrolysierten Futtermittel können daher immer nur Allergien, aber keine Unverträglichkeiten ausgeschlossen werden. Zum anderen sind hydrolysierte Futter oft Trockenfutter. Dieses birgt die Gefahr von Futtermilben. Bei einer klassischen Ausschlussdiät mit rohem bzw. gekochtem Futter bzw. auf der Basis einer Reinfleischdose ergibt sich keine Belastung mit Futtermilben. Die Ausschlussdiät mit hydrolysiertem Futter ist daher nur eine Option, wenn es gar nicht anders geht, und ihre Aussagekraft nicht ganz so umfassend. 

4. Wurden auch die Leckerlis beachtet? 

Zu einer korrekt durchgeführten Ausschlussdiät gehört auch die Auswahl der Leckerlis, denn auch diese sollten ausschließlich von der Proteinquelle stammen, die im Napf landet. Enthalten die Leckerlis Mineral- oder Füllstoffe, kann dies die Ausschlussdiät verfälschen und dazu führen, dass sie wiederholt werden sollte. 

5. Hast du jegliche „Beifütterung“ verhindert? 

Wir denken hier an die „Hundeoma“, die ihrem felligen Enkel ein bisschen Kochschinken zuschiebt, weil er immer so hungrig guckt, oder auch den Nachbarn, der mit den besten Absichten ein paar Leckerlis durch den Gartenzaun reicht. All diese Dinge enthalten Inhaltsstoffe, die in einer Ausschlussdiät nicht in den Hund wandern sollten. 

6. Hast du verhindert, dass dein Hund sich selbst „beifüttert“? 

Der beherzte Biss in den vergammelten Döner am Straßenrand oder das Räubern des Komposthaufens bringen deinem Hund sicherlich viel Freude, die Ausschlussdiät wird davon aber gestört und es wird eine Aussage darüber verhindert, ob der Hund eine Futtermittelallergie hat. Schon kleinste Mengen an Fremdprotein stören die Ausschlussdiät und sollten daher unbedingt vermieden werden. Wir sind in der Ausschlussdiät große Fans von Maulkörben mit Fressschutz. Denn diese verhindern nicht nur, dass dein Hund sich kreativ Leckeres beschafft, sondern entlasten auch die Menschen, die nicht die ganze Zeit den Hund beobachten müssen und Herzklopfen bekommen, wenn er mal an einer Stelle zu lange schnüffelt. 

7. Wie steht es mit Medikamenten in dieser Zeit? 

Wusstest du, dass das Antiparasitikum Bravecto Schwein enthält bzw. andere Tabletten aus diesem Bereich Rindfleisch oder weitere Aromen? Das sind nur Beispiele, denn um die Akzeptanz zu steigern, enthalten viele Medikamente Hilfs- und Aromastoffe, die z.T. aus tierischem Protein stammen. Natürlich ist dies kein Aufruf, Medikamente wegzulassen – diese werden auch bei einer Ausschlussdiät weiterhin gegeben, aber du solltest dir die Packungsbeilage in Ruhe anschauen und mit deiner Tierarztpraxis über Alternativen ohne Aromastoffe sprechen, wenn dir solche auffallen. 

8. Und was ist mit Futterergänzungen? 

Im Gegensatz zu Medikamenten wird in der Zeit der Ausschlussdiät auf Nahrungsergänzungen verzichtet, um das Risiko, dass dein Hund als Reaktion auf diese Symptome zeigt, zu minimieren. Futterergänzungen wie Produkte für den Bewegungsapparat haben häufig tierische Bestandteile als Basis und können somit zu Allergieanzeichen führen. 

9. Wurde eine „Kontamination“ durch andere Haustiere verhindert? 

Wenn mehrere Hunde oder weitere Haustiere mit dem Allergiehund zusammenleben, wird die Ausschlussdiät etwas komplizierter. Dann muss streng verhindert werden, dass dein Hund mit Allergien sich am Futternapf der anderen Haustiere bedient (auch das Ausschlecken des eigentlich schon leeren Napfs, um minikleine Reste abzugreifen, ist verboten). Auch ist ein Management der Leckerlis nötig, sodass der betroffene Hund nicht aus Versehen etwas der anderen Haustiere erhält. In der Zeit sollte auch auf getrennte Wassernäpfe geachtet werden. Hat die Katze ihr Hühnermenü verspeist und geht danach an den gemeinsamen Trinknapf, kann es sein, dass sie Futterreste an der Schnauze hängen hat, die dann in das Wasser gelangen. Anschließend trinkt der Hund aus dem Napf und nimmt so Hühnerprotein zu sich. Wahrscheinlich sollst du jetzt die Augen und denkst dir „oh je, wie kompliziert“ und ja, das ist es tatsächlich. 

10. Juckreizunterdrückende Medikamente als Störfaktor 

Bei einem Hund mit ausgeprägten Allergieanzeichen müssen oft Medikamente zum Einsatz kommen, um die Symptome zu unterdrücken und dem Hund Lebensqualität zu verschaffen. Medikamente wie Cytopoint oder Apoquel sorgen idealerweise dafür, dass der Hund keine Allergiesymptome mehr zeigt. Bei einer Ausschlussdiät ist man aber darauf angewiesen, zu beobachten, ob Symptome zurückgehen – das funktioniert unter der Gabe von Medikamenten nicht. Eine Ausschlussdiät, in welcher der Hund die ganze Zeit Medikamente erhält, ist daher nicht sinnvoll, da so nicht eingeschätzt werden kann, ob die Symptome überhaupt zurückgehen. Bei einer geplanten Ausschlussdiät sollte daher Rücksprache mit der Tierarztpraxis gehalten werden. Oft werden die Medikamente zu Beginn der Ausschlussphase weitergegeben und dann im Verlauf reduziert, um die Auswirkungen der Ausschlussdiät zu sehen. 

Fazit 

Eine Ausschlussdiät ist geprägt von vielen „Das darfst du nicht!“, „Das sollst du nicht!“ und „Das ist verboten!“ – das klingt zu Beginn regelrecht abschreckend und unschön. Das wissen wir. Doch die Ausschlussdiät ist beschränkt auf wenige Wochen. Du musst dich und deinen Hund daher diesen Regeln nicht ein Leben lang unterwerfen, sondern nur für eine kurze Zeit. Mit einer korrekt durchgeführten Ausschlussdiät kannst du herausfinden, ob die Probleme deines Hundes fütterungsbedingt sind – oder nicht. Sie verschafft dir somit Klarheit und eine Perspektive für das weitere Vorgehen und das Management der Allergie. 


Und wenn du jetzt merkst: Oha - mein Hund hat die beschriebenen Probleme und wir haben zwar eine Ausschlussdiät gemacht, aber in diese haben sich ein paar der oben benannten Fehler eingeschlichen: Es ist immer möglich, eine zweite Ausschlussdiät zu machen! Im Rahmen unseres Allergiekurses “Wenn es juckt und krabbelt” unterstützen wir dich und deinen Hund dabei, wenn er unter Hautproblemen wie Juckreiz und Entzündungen leidet. Tage dich auf die unverbindliche Warteliste ein und du bekommst von uns zeitnah alle Informationen.